Die Amygdala (ausgesprochen: Amüg-dala), ein Wort, das sich mehr nach einer exotischen Eiscremesorte oder dem Namen einer orientalischen Bauchtänzerin anhört, ist Teil des limbischen Systems unseres Gehirns.


Wenn wir über unsere Sinne unsere Welt wahrnehmen - Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten - verarbeitet die Amygdala die eingehenden Wahrnehmungen und vergleicht sie mit altem, abgespeichertem Material.


Sie hat den Fokus auf alles, das uns gefährlich werden könnte oder was sie, auf Grundlage ihrer Erfahrungen, meint, dass es uns gefährlich werden könnte.


Einige Gefahrenmuster sind in der Amygdala bereits vorprogrammiert, wenn wir auf die Welt kommen. Dazu kann z.B. die Angst vor Schlangen, giftigen Spinnen oder wilden Tieren gehören. Andere, persönliche hilfreiche oder weniger hilfreiche Ängste, z.B. basierend auf unseren Glaubenssätzen, sammelt sie im Laufe unseres Lebens an.


Sieht die Amygdala nun Gefahr im Anmarsch, leitet sie diese Information an unser Stammhirn weiter. Das ist der älteste Teil unseres Gehirns. Es ist mehr oder weniger baugleich mit dem Hirn des Lebewesens ist, dass vor vielen Millionen Jahren als erstes aus dem Wasser an Land gekrochen ist. Das Stammhirn steuert auch unsere Verdauung, Kreislauf, Blutdruck die Atmung und Fortpflanzung. 


Signalisiert die Amygdala dem Stammhirn also Gefahr, schaltet es erst einmal alle nicht zum Überleben notwendige Organe auf Stand-by. Dazu gehört auch unser Cortex, einem relativ jungen Teil unseres Gehirns, der für logisches und lösungsorientiertes Denken und Kreativität zuständig ist. Zeitgleich werden Stresshormone bis in den letzten Winkel unseres Körpers ausgeschüttet und wir sind nun perfekt eingestellt auf Kampf, Erstarren oder Flucht!


Das passiert alles in Bruchteilen einer Sekunde, z.B. im Straßenverkehr, wenn Sie sich mit einem unbewussten Reflex aus einer Gefahrensituation holen oder im Beruf bei Ihrem Chef oder Arbeitskollegen, zu Hause bei der Familie oder sonst wo, wenn Sie von Ihren Glaubenssätzen eingeholt werden.